Mein Beitrag zur Kulinarischen Weltreise im März
#diekulinarischeweltreise
Was bedeutet uns eine gute Suppe?
Für mich ist sie mehr als ein Gericht – sie ist Wärme, Trost und Erinnerung. Sie ist Heimat – und zugleich ein Fenster zur Welt. Ich glaube, es gibt kein Land, das nicht seine ganz eigene Suppe hat. Und keine Familie, in der nicht mindestens eine Suppen-Tradition von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Wenn ich an meine Kindheit denke, steigen Düfte in mir auf.
Die köstliche Flädlesuppe bei Frau Bitzi auf der Schwäbischen Alb.
Die herzhafte Lewwerknedel-Supp meiner pfälzischen Oma.
Oder die zarte Grießklößchensuppe, die für mich untrennbar mit Südbaden verbunden ist.
Und dann war da noch München – mein geliebter Viktualienmarkt. Mein Lieblingsstand? Natürlich die Suppenküche!
Suppe ist für mich Essensmeditation.
Sie erdet mich, während draußen das Leben tobt. Sie schenkt mir das Gefühl von Zuhause – und gleichzeitig erlaubt sie mir, in fremde Töpfe und Küchen zu schauen.
Eine Reise in die Thai-Küche und ein paar seltsame Pilze
Das Motto der Kulinarischen Weltreise im März lautet: „Suppen der Welt“.
Und so mache ich mich auf – von der Küche meiner Kindheit an den tropischen Strand von Koh Lanta in Thailand. Dort, wo Suppe schon zum Frühstück serviert wird. Leicht, aromatisch, dampfend. Dort lernte ich sie kennen – die klare, scharfe, zitronig-scharfsäuerliche Tom Yum. Und später, viel später, begegnete ich ihr noch einmal.
In Saarbrücken. Nach einem Umzug, müde und erschöpft, ging ich neugierig durch den asiatischen Supermarkt. Zwischen Tofu, Koriander und Kokosmilch lagen sie da: schlanke, helle Pilze, wie kleine Spargelstangen – Enoki. Ich kannte sie nicht, aber sie machten mich neugierig. Doch wozu macht man sie? Was gibt es für Rezepte dafür?
Ein paar Tage später, beim Arzt im Wartezimmer, fiel mir eine Zeitschrift in die Hände. Und da war es: Ein Rezept für Tom Yum mit Enoki-Pilzen. Ich konnte die Aromen förmlich riechen. Zitronengras, Galgant, Limettenblätter, Chili. Ich wusste sofort – das wird meine Suppe!
Und weil ich gerade keine Garnelen dahatte, entschied ich mich für zartes Hühnchenfleisch. Es verbindet Himmel und Erde – mit einem Hauch Meeresbrise durch die dafür unentbehrliche Fischsauce und einer original Tom Yum Paste. So wurde die Suppe zu einer Geschmacksexplosion. Scharf, sauer, klar und voller Aromen und Gewürze. Ein thailändischer Klassiker, der mir half, den Kopf wieder frei zu kriegen.



Tom Yum mit Enoki-Pilzen und Huhn
Zutaten (für 2-3 Personen):
• 2 EL Tom Yum-Paste
• 500 ml Hühnerbrühe oder Wasser mit 1 TL Hühnerbrühpulver
• 1 Dose (400 ml) Kokosmilch
• 200 g Hähnchenbrust oder -keule, in dünne Streifen geschnitten
• 150 g Enoki-Pilze, in kleine Bündel geteilt
• 2-3 Kaffirlimettenblätter, grob gerissen
• 1 Stange Zitronengras, leicht angedrückt
• 1 kleines Stück Galgant oder Ingwer, in dünnen Scheiben
• 2 ganze Vogelaugenchilis (Thai-Chilis)
• 1 frische rote Chili-Paprika, in feine Streifen geschnitten
• 1 EL Fischsauce (oder Sojasauce für eine vegane Variante)
• 1 TL Zucker oder Ahornsirup
• 1 Limette, Saft davon
• 1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten
• 1 Handvoll frischer Koriander oder Thai-Basilikum
• 1 TL helles Sesamöl
Zubereitung:
- In einem Topf etwas Öl erhitzen und die Tom Yum-Paste eine Minute anrösten, bis sie duftet. Mit der Hühnerbrühe und der Kokosmilch aufgießen. Kaffirlimettenblätter, Zitronengras, Galgant und die ganzen Vogelaugenchilis dazugeben. Die rote Chili-Paprika hinzufügen. Alles für fünf Minuten köcheln lassen, damit die Aromen sich entfalten.
- Die Hähnchenstreifen in die heiße Suppe geben und bei mittlerer Hitze fünf bis sieben Minuten garziehen lassen.
- Enoki-Pilze und Fischsauce hinzufügen. Mit Zucker und Limettensaft abschmecken.
- Die Suppe in Schalen füllen. Mit Frühlingszwiebeln, Koriander und ein paar zusätzlichen Chili-Paprika-Streifen garnieren. Zum Schluss das helle Sesamöl darüberträufeln.
Tipp: Falls die Suppe zu scharf wird, einfach die ganzen Chilis wieder herausnehmen. Für mehr Schärfe können sie leicht angedrückt werden, damit mehr Capsaicin austritt. Helles Sesamöl gibt der Suppe eine leicht nussige Note, ohne das kräftige Röstaroma von schwarzem Sesamöl.
Ich freue mich, heute wieder mit euch unterwegs zu sein, bei der kulinarischen Weltreise – löffelnd, rührend, erinnernd. Vielleicht ist das ja die größte Reise, die wir gerade machen: die zurück in unsere eigene Mitte.

Kulinarische Weltreise #kulinarischeweltreise
Das Rezept habe ich für das Monatsevent im März 2025 von „Die kulinarische Weltreise“ entwickelt. Die kulinarische Weltreise wird von Volker (volkermampft) organisiert. Im März war das Thema: „Suppen aus aller Welt“.
Die Rezepte aller Teilnehmer*innen en habe ich unten verlinkt. Die Liste wird laufend ergänzt.
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Ägyptische Kuschari-Suppe, Green Chili Chicken Noodle Soup – Hühnersuppe mit grünen Chilis und Nudeln und Chupe de Camarones Antiguo – Traditionelle Garnelensuppe aus Peru
Britta von Brittas Kochbuch mit Gulyásleves – Gulaschsuppe und Fasoláda – Bohnensuppe mit Kräutertopping
Sylvia von Brotwein mit Maronensuppe – Rezept für Maronencremesuppe
Susanne von magentratzerl mit Peruanische Koriandersuppe, Vospapur – Armenische Linsensuppe mit Aprikosen und Bureachiţǎ
Cornelia von SilverTravellers mit Herzhafte Grüne Bohnen Suppe mit Kassler
Simone von zimtkringel mit Soledurner Wysüppli
Regina von bistroglobal mit Chicken Pot Pie nach Lancaster County Art
Wilma von Pane-Bistecca mit Flädlisuppe mit Dinkelomelette und Simon’s Basler Määlsuppe – Fasnachtssuppe
Friederike von Fliederbaum mit Ciceri e tria – apulische Kichererbsensuppe mit zweierlei Pasta



Was für eine wunderbare Suppe, da läuft auch mir das Wasser im Mund zusammen! Enoki-Pilze gibt’s hier leider nicht, da müsste schon der Viktualienmarkt her – ich werde am Wochenende mal Ausschau halten, da sind wir in München.
Ich liebe Tum Yum und ich liebe Pilze, mit der Suppe hast du einen Nerv bei mir getroffen.
In asiatische Suppen könnte ich mich reinlegen! Egal ob Ramen oder Pho oder eben die herrlichen Suppen aus Thailand.
Deine Tom Yum sieht so aus, wie der Name auf Englisch klingt: Yum(mie)! Enokipilze habe ich hier erst einmal im Bioladen während einer „Sonderaktion Pilze“ gesehen. Ich bin auch ganz neugierig wie sie schmecken, aber pragmatisch wie ich bin, weil es hier in der Kleinstadt nie alle „ausländischen“ Zutaten, die man so für exotischere Weltreiseziele braucht, zu kaufen gibt, würde ich die feine Thaisuppe dann mal mit Champignons ausprobieren!
Liebe Grüße
Britta
Feine Suppe und die Pilze sind bei uns ganz normal. Dafuer kosten die Champignons ein Vermoegen. Deshalb benuetzen wir oft die Enoki!
Wir kaufen die ganz duennen und servieren sie so Frittierte Enoki Pilze
LG Wilma
Ich glaube, Enoki habe ich noch nie gegessen… aber die Tom Yum gehört zu meinen Lieblingssuppen. Jetzt packt mich der Ehrgeiz! Beim nächsten Besuch im asiatischen Supermarkt muss ich echt mal aktiv nach Enoki suchen.
Liebe Grüße
Simone
Deine Suppe sieht köstlich aus! Die wäre jetzt genau mein Geschmack.
Lieben Gruß Sylvia
Hm, diese Pilze habe ich neulich auch im Asia – Geschäft gesehen. Werden die dann einfach so roh in die Suppe gelegt? Und wonach schmecken die Pilze denn nun, gibt es irgendwas vergleichbares? Auf jeden Fall werde ich bei meinem nächsten Besuch im Asia-Geschäft mal diese Pilze in den Einkaufskorb legen – Rezept habe ich ja nun.
Liebe Cornelia, ja die Pilze sind interessant, sie wirken wie Spargel, auch von der Textur her. Der Geschmack war nicht besonders stark pilzig, eher nussig mit und leicht süßlich. Aber sie werden tatsächlich roh in die Suppe gelegt, so bleiben sie knackig und fein, das macht die Suppe spannend.