Kurkuma ist mehr als ein Gewürz. Das Rhizom der Gelbwurz ist eine Jahrtausende alte Heilpflanze, die heute bei uns als Superfood und vielversprechendes Naturheilmittel gilt.
Kurkuma ist eine gelbe Wurzel, die hauptsächlich in der indischen Küche verwendet wird. Sie gehört zu den Ingwerartigen (Zingiberales). Der im Kurkuma enthaltene Stoff namens Curcumin ist für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Es ist ein starkes Antioxidans und entzündungshemmendes Mittel.
Doch die Bioverfügbarkeit von Curcumin ist begrenzt, wenn es allein eingenommen wird. Die Kombination von Kurkuma mit schwarzem Pfeffer oder Fetten kann die Aufnahme von Curcumin erhöhen und seine Wirksamkeit verbessern.
„Eine Prise Pfeffer erhöht die Aufnahme von Curcumin um das 2000-fache!“



Botanik
Wie schon erwähnt gehört Kurkuma (Curcuma longa) zu den Ingerwartigen (Zingiberales) und stammt aus Südasien. Der botanische Gattungsname „Curcuma“ stammt vom arabischen Wort „kurkum“ für Safran ab. Seit über 4000 Jahren wird die Pflanze kultiviert und fand in der altindischen Ayurveda Medizin Verwendung. Zunächst als Färbemittel für Speisen und Textilien verbreitete sich die Gelbwurz von Indien und Südostasien aus bis nach Europa. In der frühen Neuzeit empfahl Tabernaemontanus in seinem Neuw Kreuterbuch (1588) die Eigenschaften der damals noch exotischen Gelbwurz, Gilbwurtzel genannt, gegen einen „kalten, blöden Magen“.
Heute gilt Kurkuma weltweit als Superfood, als farbenfrohes Küchengewürz und als vielversprechendes Naturheilmittel. Der in der Kurkuma enthaltene Stoff namens Curcumin ist für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Es ist ein starkes Antioxidans und entzündungshemmendes Mittel. Die Wirkstoffe aus dem Rhizom gelten als verdauungsanregend, allerdings ist die Bioverfügbarkeit von Curcumin begrenzt.
Doch was macht die leuchtend gelbe Knolle so besonders, und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse über ihre Wirkung liegen vor?
Goldgelbes Rhizom
Von der Gelbwurz (Curcuma longa) wird das Rhizom verwendet, ähnlich wie beim Ingwer. Es ist jedoch im Inneren intensiv gelb-orange. Neben der Curcuma longa gibt es noch die Javanische Gelbwurz (Curcuma xanthorrhiza), die der Kurkuma in ihrem Aussehen gleicht, aber größere Blüten hat. Frisch hat der Wurzelstock einen leicht brennenden Geschmack, der sich getrocknet in eine aromatische, mildwürzige, erdige und leicht bittere Note umwandelt. Geschält wird Kurkuma frisch und getrocknet als Gewürz und Farbstoff verwendet. Es sind bis zu fünf Prozent ätherische Öle sowie bis zu drei Prozent des gelbfärbenden Curcumins, beziehungsweise dessen Derivate, enthalten.
Heilkraft des Curcumins
Auffällig ist, dass Regionen mit hohem Kurkuma-Konsum, wie etwa in Indonesien, eine geringe Häufigkeit von Lebererkrankungen aufweisen. Diese Beobachtung führte zu intensiver Forschung, die die leberprotektive Eigenschaften von Kurkuma bestätigten, wie Claudia Stern und Helga Ell-Beiser in ihrem Buch „Phytotherapie“ schreiben. Die Heilpflanze wird traditionell gegen Blähungen, Völlegefühl und leichte Leberschäden eingesetzt,
Die Heilkraft von Kurkuma liegt in seinen Curcuminoiden, allen voran Curcumin. Dieser sekundäre Pflanzenstoff wirkt entzündungshemmend, antioxidativ und antimikrobiell. Weitere Inhaltsstoffe wie ätherische Öle (Turmeron, Zingiberen) verstärken die positiven Effekte.
Der Tropenmediziner Dr. Hinrich Sudeck schreibt: „In den Küchen Persiens, Malaysias, Chinas, Indiens und Polynesiens und vor allem in der Ayurveda-Medizin hat die Verwendung von Kurkuma eine lange Tradition. Curcumin gilt als verdauungsfördernd und galletreibend.“ Und weiter, dass es seit über 20 Jahren eine Flut von Studien zur Wirksamkeit von Curcumin, vor allem bei der Behandlung von Krebs gibt. So konnte Curcumin in Laborversuchen das Wachstum von Tumorzellen hemmen und es scheint auch die Nebenwirkungen einer Krebstherapie zu mildern. Dennoch ist es für die Behandlung nicht zugelassen, denn die geringe Bioverfügbarkeit von Curcumin erschwert die Übertragung dieser Ergebnisse auf den Menschen.
Geringe Bioverfügbarkeit
Ein großes Hindernis bei der medizinischen Nutzung ist, dass Curcumin schlecht im Darm aufgenommen und schnell abgebaut wird. Die Kombination mit Schwarzem Pfeffer kann die Aufnahme jedoch um das 2000-Fache steigern. Pfeffer enthält Piperin, das die Bioverfügbarkeit deutlich steigert. Ebenso verbessert die Einnahme mit Fetten die Wirksamkeit, weshalb Kurkuma in der indischen Küche oft in Verbindung mit Öl oder Joghurt verwendet wird.
Zulassung als Heilpflanze
Obwohl die Gelbwurzel als Rhizoma Curcumae Longae im Deutschen Arzneibuch schon 1930 als pflanzliches Arzneimittel aufgenommen wurde, ist sie trotz zahlreicher Studien und der langen Tradition in Deutschland nicht als Heilpflanze zugelassen. Das bedeutet, dass die Wurzel nur als Gewürz oder Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich ist. Institutionen wie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erkennen die traditionelle Anwendung bei Verdauungsbeschwerden an, sehen aber für andere Wirkungen noch unzureichende Beweise.
Kurkuma im Zimmer und im Garten
Kurkuma wird in Asien seit Jahrhunderten verwendet und ist ein wichtiger Bestandteil des Ayurveda , der Siddha-Medizin , der traditionellen chinesischen Medizin , der Unani- Medizin und der animistischen Rituale der austronesischen Völker. Es wurde zunächst als Farbstoff und später wegen seiner angeblichen Eigenschaften in der Volksmedizin verwendet. Von Indien aus verbreitete es sich zusammen mit dem Hinduismus und Buddhismus nach Südostasien, da der gelbe Farbstoff zum Färben der Gewänder von Mönchen und Priestern verwendet wird. Vor dem europäischen Kontakt wurde Kurkuma auch auf Tahiti , Hawaii und auf der Osterinsel gefunden. (Quelle: Kurkuma-wikipedia)
Der Anbau von Kurkuma als tropische Nutzpflanze ist einfach, wenn ihr hoher Temperaturanspruch beachtet wird. Die Vermehrung ist möglichst im Frühling oder Sommer vorzunehmen. Wichtig ist zunächst, dass die Schnittstelle bei Teilstücken eines Rhizoms erstmal ein paar Tage eintrocknet, bevor die Gelbwurz unter die Erde wandert. Kurkuma lässt sich auch leicht als Zimmerpflanze kultivieren. Sie braucht nährstoffreiche Erde, eine hohe Luftfeuchtigkeit und einen warmen Standort. Als tropische Staude kann sie bis zu 1 m groß werden und bildet einen wunderschönen Blütenstand aus. Nach etwa neun Monaten können die ersten Rhizome geerntet werden. Ihre kräftigen, gelb-orangefarbenen Rhizome sind ein echter Hingucker und eine Bereicherung für jeden Kräutergarten.
Kurkuma in der Küche
Besser und günstiger als die Aufnahme von Curcumin in teuren Tabletten ist die Verwendung von Kurkuma in der Küche. Mit seiner gold-gelben Farbe ist Kurkuma ein schönes Gewürz und spielt als Safranersatz und zentraler Bestandteil von Currymischungen in der indisch asiatisch angehauchten Küche eine Rolle. Ein Viertel Teelöffel am Tag empfiehlt Dr. Greger in seinem Buch „How not to die“, natürlich immer in Kombination mit Pfeffer und etwas Öl. Auch in der vegetarischen und veganen Küche, in gemischten Bowls und als „Golden Milk“ – die als Immunbooster gilt – wird Kurkuma geschätzt. Es verleiht Speisen nicht nur Farbe und Geschmack, sondern wirkt auch als natürlicher Konservierungsstoff.



Alle Bilder (c) Ute Mangold, außer wenn anders angegegeben.
Dieser Artikel erschien im Februar 2025 in veränderter Form mit dem Titel „Kurkuma – Die Goldene Wurzel“ in der Fachzeitschrift Obst & Garten beim Ulmer Verlag, Stuttgart-Hohenheim.




