Kapuzinerkresse die Wunderblüte. Fundstück aus meinem Blog von 2014 – die Kapuzinerkresse, jetzt habe ich sie neu überarbeitet. Damals habe ich über ihre Blüten geschrieben, weil sie nicht nur fantastisch aussehen, sondern auch einzigartig schmecken: nach einer Mischung aus Kresse, Senf und Nektar. Sie schmücken jeden Salat, Kräuterquark und alles, wofür man sonst eigentlich Kresse nimmt, nur dass sie so viel schöner aussieht, die Kapuzinerkresse-Blüte. Warum heißt sie so? Sie erinnert mit ihrem gelben Sporn an die Kutten der Kapuzinermönche. Aber diesen kann sie nicht bekannt gewesen sein, denn stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde wohl erst im 15. Jahrhundert hier eingeführt.
Und seit wenigen Jahren gibt es neue Erkenntnisse über sie als Heilpflanze! Schon lange ist die Kapuzinerkresse zusammen mit dem Meerrettich in der Erfahrungsheilkunde bekannt als Mittel gegen Harnwegsinfekte oder um Nasennebenhöhlen-Entzündungen zu vertreiben. Aktuell gibt es von der Uniklinik Freiburg eine große wissenschaftliche Studie über die Effekte von Kapuzinerkresse in Kombination mit Meerrettich von Sigrun Chrubashik-Hausmann. Beide Pflanzen gemeinsam wirken zusammen als ein pflanzliches Antibiotikum, das teilweise den synthetischen sogar überlegen ist. Vor allem gegen die antibiotikaresistenten Krankenhauskeime sind sie wirksam! Die Kombination aus den speziellen Senfölglykosiden beider Pflanzen sorgt für diese großartige Wirkung. Und dazu schmecken sie auch noch lecker. Der Herbst kann kommen. Der Winter auch. Ach ja, und probiert mal aus, über die tellerförmigen zarten Blätter Wasser zu gießen, sie perlen wunderschön ab und sorgen für den berühmten Lotuseffekt.
Hier geht es zu meinem Beitrag: Kapuzinerkresse – Blüten auf dem Teller.




Alle Bilder (c) Ute Mangold bis auf Bild 4 aus Wikimedia commons: *“Tropaeolum majus“ *Bildautor: Rüdiger Kratz, St. Ingbert, bei Nennung des Bildautors ist das Bild gemeinfrei *Aufnahmeort: Berlin, Botanischer Garten *Aufnahmedatum: 17. Oktober 2005 *from de.wikipedia [http://de.wikiped
Link zum Blogbeitrag von Ute Mangold in Kräuterportraits @ Blogger: https://kraeuterportraits.blogspot.com/2021/06/kapuzinerkresse-bluten-auf-dem-teller.html



Guten Morgen!
Hast Du ne Ahnung, wie man sie haltbar machen kann? Ich hab sie jetzt in Raw Qualität getrocknet. Aber wäre ein alkoholischer Auszug auch denkbar? Kennst Du da Quellen?
Liebe sonnige Grüße!
Barbara
Liebe Barbara,
ja, trocknen ist ok, allerdings gehen da viele ätherische Öle verloren. Ich habe in meinen Büchern nachgesehen, man kann tatsächlich eine Tinktur aus dem Kraut machen (1:5) mit hohem Ethanolgehalt (70%ig). Da es sich bei den Hauptwirkstoffen jedoch um Senföle handelt würde ich einen Ölauszug machen, z.B. für Massageöl.
Literatur, die ich dir dazu empfehlen kann ist: Stern, Claudia; Ell-Beiser, Helga: Phytotherapie, 2022 AT-Verlag München, Aarau und die Bücher von Ursel Bühring und eine gute Quelle ist auch das Arzneipflanzenlexikon der Kooperation Phytopharmaka.
Herzliche Grüße
Ute
Liebe Ute,
nun komme ich dazu, auf Deine Antworten zu antworten. Vielen Dank dafür!
Über ein Massageöl habe ich noch nie nachgedacht. Das ist auf jeden Fall eine spannende Idee. Ich muss mir nur noch überlegen, welches Öl ich verwenden will, dann werde ich es ausprobieren.
Ursel Bühring schreibt in ihrem Buch „Alles über Heilpflanzen“, dass Teezubereitungen nicht üblich sind und hat diese Aussage mit einem „!“ versehen. Jetzt bin ich etwas verunsichert, ob ich meine getrockneten Blüten und Blätter im Tee nutzen kann?
Interessant finde ich, dass man sie zwar für Harnwegsinfekte einsetzt, aber nicht bei Nierenerkrankungen anwenden soll.
Ganz liebe Grüße an Dich,
Barbara
Wir machen gern Kresseblütenbutter, ähnlich wie Kräuterbutter mit sehr reichlich Kapuzinerkresseblüten und ggf. weiteren Kräutern und Blüten nach Geschmack. Ich habe es noch nicht ausprobiert, könnte mir aber vorstellen, dass sie sich gut einfrieren lässt und die Inhaltsstoffe evtl. besser erhalten bleiben als beim Trocknen.