IM PARADIES der PARADEISER – 20 Jahre Tomatennerdismus

Über die Jahre kam ganz schön was zusammen. Meine Bilder von den Tomaten kommen nun in eine Galerie – hier! Eine Sammlung mit den diesjährigen Terrassentomaten, Bilder aus meinem Artikel „Tomaten – meine alten Land- und Haussorten“ von der üppigen und paradiesischen Ernte von 2018 (dem Tomatenjahr schlechthin!) , dazu noch Rezepte mit der ungewöhnlichen Tomatillo, die ich zu einer Konfitüre, einem Chutney und zu einer mexikanischen Salsa verarbeitet habe und auch noch ein Link zu einem Rezept mit einer schwarzen russischen Tomate aus den Anfängen von 2004, damals wurde sie zusammen mit dicken saftigen San Marzano Tomate zum ‚Pollo alla Cacciatora‚ nach einem Rezept von Marcell Hazan verarbeitet.

(Coverbild: Meine Terrassentomaten „Lime Green Salad“, „Rote Zora“, „Besser“ und „Green Zebra“ zusammen mit Burrata, Olivenöl, Fleur de Sel und Zitronenthymian).

Paradeiser Paradies

Paradeiser nennt man in Österreich die aus Südamerika stammenden Tomaten, die ursprünglich auch Paradiesäpfel, Paradeisäpfel, Goldäpfel und Liebesäpfel genannt wurden. In Europa wurde die unbekannte, rote, pralle Frucht aus der Neuen Welt schnell zum Paradies-Apfel, mit dem Eva ihren Adam verführt hat.

Das Wort „Paradies“ stammt ursprünglich aus dem Persischen und fand seinen Weg in verschiedenen Sprachen, darunter dem Griechischen und dem Hebräischen, bevor es in die europäischen Sprachen übernommen wurde. Im Persischen lautet das Wort „pardis“ oder „pardeis“, und es bezieht sich auf einen ummauerten Garten oder einen königlichen Park. Dieser Begriff wurde im Altpersischen verwendet und fand Eingang in die babylonische, hebräische und griechische Kultur. Im Althebräischen heißt das Wort „pardes“, und es wird in der Bibel verwendet, insbesondere im Buch Hohe Lieder und in einigen späteren jüdischen Texten.

Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch alle Pflanzen gegeben, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und Alles Gewürz, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.“ Im ersten Buch Genesis, Kapitel 1, Verse 29-30

Wie alles anfing: Ein paar Gläser und ein Grüner Tiger

Über 3200 Sorten Paradeiser, wie in Österreich die Tomaten genannt werden, züchtet Erich Stekovics in Frauenkirchen im Burgenland, für den ich hier Werbung machen möchte (ohne dass er es weiß), denn irgendwie bin ich über seine tollen alten und bunten Tomatensorten, die wir damals im Glas für unseren kleinen Laden bestellt haben, vom Tomatensammelvirus infiziert worden. Meine ersten Tomatensamen kamen von Grüner Tiger , das war so um 2003/2004 herum, die habe ich in meinem damaligen Garten in der Pfalz angebaut. Ah, es war 2003, denn das war der absolute Hitzesommer. Mein kleiner Sohn und ich mussten jeden Tag gießen gehen. Das Wasser kam aus dem Bach. Man schmeckte es, die ersten Tomaten waren etwas ganz besonderes.

Von Roter Zora bis König Humbert

Manche der alten Samen haben sich über Jahre gehalten, so meine Samen aus 2016, die ich dann wieder 2018 anbaute, einem prachtvollen Tomatenjahr! Die „Rote Zora“, der „König Humbert“ und die Tomatensorte „Besser“ sind in diesem Jahr wieder toll geworden – diesmal im Topf und auf der Terrasse! Im März ausgesät – und im Juli waren die ersten Tomaten reif. Jetzt im August habe ich die reichste Ernte. Gut an den Terrassentomaten war in diesem Jahr, dass ich sie unter das Dach einer alten Scheune schieben konnte, denn es hat im Sommer sehr viel geregnet, so sind sie nicht aufgeplatzt. Auch Wind und genugt Luft haben sie abbekommen, so dass ihre Blätter gesund geblieben sind. Ich habe ein wenig experimentiert und einen Teil der Tomaten in unterschiedlich große Töpfe (bzw. Mörteleimer) gepflanzt und die kleinen Buschtomaten in große Kübel. Die Mörteleimer waren die beste Idee (unten Löcher reinbohren, damit sich das Wasser nicht staut).

Grüne Tomaten, Tomatillo und viele Rezepte

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiter erzählen von meinen Tomaten, den gelben, schwarzen, grünen und roten. Und auch von der kleinen mexikanischen Tomatillo, die eigentlich eine Physalisart ist, aber ich habe doch schon sooooo viel darüber geschrieben, deshalb hier ein kleiner Auszug aus meiner Tomatensammlung mit Texten und Rezepten. Mehr Rezepte findet ihr in meinem Verzeichnis: Kräuter, Gemüse und Rezepte von A-Z.

Ich könnte ein Buch darüber schreiben 😉 Doch Bücher gibt es schon so viele. Und doch habe ich noch ganz außergewöhnliche Bücher zur Tomate gefunden. Über eines, mit ganz außergewöhnlichen Bildern und Texten, kunstvoll gemacht und mit 80 Rezepten (!), schreibe ich in meinem nächsten Post zur Tomate: TO MATE – in 80 Rezepten um die Welt.

Und die Reise geht weiter… jetzt erstmal in die Küche, denn ich probiere etwas neues aus, Polpette mit Gelber Tomatensauce. Das Rezept stammt aus dem Buch von Cettina Vizenzino, aus dem Buch „Cucina Vegetariana“, deren allergrößter Fan ich bin 😉 Ihre Bilder sind allerdings viel besser und am Original gibt es nichts zu verändern. Also lest rein in dieses ebenfalls wundervolle und kunstvoll gemachte Buch. Essen ist Kunst! Es verbinden sich Kulinarische Geschichten mit Reisen und genussvollen Eindrücken.

Nachgekocht: Polpette mit einer Sauce aus Gelben Tomaten, nach Cettina Vizenzino aus Cucina Vegetariana. Foto: (c) Ute Mangold

4 Antworten auf „IM PARADIES der PARADEISER – 20 Jahre Tomatennerdismus“

  1. Hallo Ute, eine tolle Sammlung hast du da. Bei mir in Hamburg ist es so la la…Es hat zuviel geregnet, am besten sind kleine orangefarbene Mandarin Marzano geworden, die nur so groß wie Weintrauben sind. Die anderen Sorten sind häufig geplatzt oder hatten nur wenige Früchte Liebe Grüße Cornelia

    1. Dankeschön, liebe Cornelia.
      Mir ging das letztes Jahr so, da hat es zu viel geregnet, deshalb habe ich die Tomaten in diesem Jahr auf der Terrasse gezogen, wo auch ein kleines Dach ist zum Schutz. Es ist ganz gut gelungen, aber lange nicht so reichhaltig wie 2018, das war legendär 😉 Musste da aber auch täglich gießen.
      Orangenfarbige San Marzano klingt interessant! Woher hast du die? Ja, die kleinen sind nicht so geplatzt, war bei mir auch so.

      Liebe Grüße
      Ute

      1. Hallo Ute, das sind Nachkommen einer kleinen Bio-Tomatenpflanze, die ich letztes Jahr ganz banal in einem Dänischen Supermarkt gekauft habe. Die Sorte heißt dort korrekt „San Marzano Tomat „Krebs Mandarina“ Lycopersicon L. von gartneriet-krebs.com

        Ich habe sie zu Hause in HH gepflanzt und nicht ausgegeizt, sie hat unzählige Triebe bekommen und massenhaft kleine Früchte und ist ca 80 cm hoch geworden.

        Dann noch einmal in Dänemark. Dort hat sie die Bäuerin, die sich drum kümmert, ausgegegeizt und hoch gebunden. Sie ist dort schon über 2 m hoch hat aber insgesamt viel weniger Früchte.

        Ich glaube, diese Sorte wurde speziell für dänisches Wetter entwickelt.

        Wie hältst du das mit dem Ausgeizen? Ich fand das Experiment sehr interessant.

        LG Cornelia

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